Hochzeit

Aussteuer oder auch Mitgift – nur Tradition

Veröffentlicht
weiße Wäsche von früher, Spitze, Häkeleinsatz

Der Begriff ‘Mitgift’ kommt von dem mittelhochdeutschen Wort “mitgegeben” oder “das Mitgegebene”

Ein Heiratsgut, oder ganz früher wurde die Mitgift auch als eine Heimsteuer bezeichnet.

Von meinem Heimatdorf kenne ich noch, dass ein Gesetz vorschrieb, wieviel Aussteuer ein Paar besitzen musste. War diese nicht vollständig, durften die Brautleute nicht heiraten. Dazu möchte ich in einem späteren Artikel noch mehr schreiben.

Die Aussteuer

Mitgift
Aussteuer oder auch Mitgift in einem Wäscheschrank als Heiratsgut bis ins späte 20. Jahrhundert üblich
Bis ins späte 20. Jahrhundert war es in Deutschland üblich, dass junge Frauen bis zum Zeitpunkt ihrer Heirat einen Hausrat angesammelt hatten.

Dieser Bestand war meist eine hochwertige Bettwäsche, Weißwäsche aus Leinen oder auch Damast und auch einfache Bauernbettwäsche wie man auf dem Foto gut sehen kann.

Zur Aussteuer gehörten Handtücher, Taschentücher, Tischwäsche und auch jede Art von Gebrauchsgütern. Essgeschirr und andere Gegenstände die für eine geordnete Haushaltsführung notwendig waren. Dies alles bezeichnete die Mitgift.

Die Höhe der Aussteuer richtete sich nach dem Wohlstand im Haus der Eltern oder manchmal auch nach dem der Großeltern.

Tradition

Bis in die 1960er Jahre wurde diese Tradition noch gepflegt, indem man zu bestimmten Fest- und Feiertagen, zu Geburtstag oder Namenstag schenke was noch an Aussteuer benötigt wurde.

So bekam ich von einer Großtante silberne Kaffeelöffel geschenkt.

Immer wenn sie zu Besuch kam, brachte sie mir einen silbernen Kaffeelöffel mit, bis ich davon sechs Stück hatte. Auch das ist so eine Tradition, es waren in der Regel sechs Teile notwendig, damit das Set komplett war. In größeren Familien hat man auch ein Dutzend (12 Teile) als Grundstock angesehen.

Ebenso führten Bekannte und Verwandte diese Tradition fort. Man beschenkte mich mit Bettwäsche, Kopfkissen und Bettlaken, Handtücher und sogar Stofftaschentücher waren Gang und Gäbe bei Taufe, Kommunion und Firmung und selbst zur Hochzeit bekam man noch solche Geschenke wie Kochtöpfe, Kuchenplatten und Ess-/Kaffeservice.

Diese Tradition hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts jedoch zusehends verloren und heute findet man diese nur noch selten.

Meine Aussteuer ist bis heute noch nicht aufgebraucht und dazu kommt auch noch der Nachlass aus meiner Familie.
Ein Grund mehr für meine Idee, die ‘KreativeKissenwelt’, da hier ein Großteil der qualitativ hochwertigen Aussteuer zum Verkauf angeboten wird.

© Gaby M.