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Corona-Krise das Aus für freischaffende Künstler?

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Corona-Krise leere Versprechungen der bayerischen Regierung sorgt für leere Mägen bei Künstlern?

Von der Corona-Krise sind viele freischaffende Künstler besonders hart betroffen

Musik Kunst

 

Musiker können nicht mehr auftreten, sie haben Arbeitsverbot und stehen deswegen plötzlich ohne Einnahmen da

Unverschuldet, denn sie sind nicht verantwortlich für die Pandemie mit dem Coronavirus Covid19.

Sie sind auch nicht verantwortlich für die Entscheidungen der Bundesregierung und sie sind auch noch abhängig von den Beschlüssen derselben.

Da verspricht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie

Bayern hilft Künstlern mit monatlich 1.000 Euro

Die Staatsregierung will Künstlern im Land finanziell mit monatlich 1.000 Euro für drei Monate helfen.

Tatsächlich?

Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie. Sie seien eine Gruppe, "die durch jedes Raster" falle.

Stimmt!

In Bayern gingen die Künstler bislang nahezu leer aus. Allerdings gibt es jetzt Grund zur Hoffnung.

Die Corona-Soforthilfe von Bund und Ländern.

Nur: für freischaffende Künstler stehen die Chancen bislang schlecht, davon auch wirklich zu profitieren.

Keine Konzerte, kein Geld

Freischaffende Musiker leben aber von Konzerthonoraren

Für Solo-Selbstständige wie Conny Morath von der Gruppe "famos" aus Karlstadt gibt es die Corona-Soforthilfe von Bund und Ländern nicht.

Der Musiker, Gitarist und Sänger der Gruppe famos hat eine Musikschule in Karlstadt, aber er durfte bisher nicht unterrichten, obwohl er Einzelunterricht gibt. Diesen hätte er gut und gerne mit einer Behelfsmaske halten können.

Nun sind die Bedingenen etwas gelockert und plötzlich darf er.

Was für ein Paradox

Conny Morath, die Sängerin der seit 10 Jahren bekannten Band "famos" hat keine Ausgaben zum Absetzen, denn die Band ist auf öffentliche Auftritte angewiesen, diese sind seit März verboten.

Selbst nach einer Lockerung der Abstandsregelung können keine Konzerte abgehalten werden, auch nicht in geschlossenen Räumen, wenn die Besucher einen Abstand von 1,50 Meter einhalten müssen. Sie haben ein Berufsverbot bis August.

Alles womit die Band bisher ihren Lebensunterhalt bestritten hat ist weggefallen. Termine für Hochzeiten mussten abgesagt werden, Biergartenfeste und Weinfeste die nicht stattfanden, brachten weitere Stornierungen mit sich.

Die Macher der Band sind kreativ. So haben sie in Facebook Livekonzerte ins Leben gerufen. Jeden Sonntag abend, inzwischen bereits zum 7. Mal starten sie ihr Konzert um 19.15 Uhr und bereichern so die kulturelle Welt mit ihrer Darbietung.

Wie auf Facebook nachzulesen ist, schreibt die Sängerin Conny Morath:

Auch heute senden wir wieder aus unserem Dachboden.
Unglaublich, schon seit sechs Wochen Online-Konzerte und traurigerweise noch immer keine Aussicht auf Live-Konzerte mit euch als Publikum. Wir sind sehr dankbar für jeden, der was in unseren Hut schmeißt. Bisher gibt es ein offizielles Verbot von Live-Konzerten bis zum 31. August 2020 und wir wissen nicht, ob es noch länger so geht oder zwischendurch eventuell ein paar Lockerungen kommen.
Wir sind Berufsmusiker und freuen uns unglaublich über eure Unterstützung! Für Künstler greift die Soforthilfe des Staates nicht, die von Herrn Söder angekündigte Künstlerhilfe ist bisher nicht verfügbar, es gibt seit dem Beschluss vor knapp 3 Wochen noch keinen Antrag dafuer.
Uns brach von einem Tag auf den anderen fast alles an Einnahmen weg, der online Unterricht kann nicht annähernd abfedern, was uns durch die Live-Auftritte verloren geht.

Wir schreiben das hier, weil wir die Erfahrung machen, dass ganz viele Leute über die Situation der Künstler während der Coronakrise nichts wissen und es uns wichtig ist, euch mitzuteilen, dass keiner von uns auf der faulen Haut liegt und auch jeder von uns Rücklagen gebildet hat. Allerdings hat niemand von uns mit einem Arbeitsverbot gerechnet. Wir tragen aus Solidarität gerne sämtliche Maßnahmen mit, nichtsdestotrotz laufen unsere Fixkosten weiter.
Deshalb an dieser Stelle ein ganz ganz großes Dankeschön an alle, die uns bisher unterstützt haben und dies noch tun werden!
Wir glauben fest daran, uns alle bald wieder zu sehen und ausgelassen zusammen zu feiern.

Es werden immer mehr Zuhörer und die Konzerte werden geteilt. Einnahmen dafür gibt es über einen virtuellen Hut. Die begeisterten Zuhörer und die Fans, denen die Livekonzerte schon lange fehlen spenden über PayPal https://paypal.me/famoslive, um die Künstler in dieser tristen und traurigen Zeit zu unterstützen.

Die Künstler haben bereits vier CD's veröffentlicht.

 

Diese können hier gekauft werden: famos. - finest unplugged music

Nur:

für freischaffende Künstler stehen die Chancen bislang schlecht, davon auch wirklich zu profitieren.

Durch die Corona-Soforthilfe sollen kleine Unternehmen und Soloselbstständige in Bayern liquide bleiben. 9.000 Euro bekommen Kleinunternehmer mit bis zu fünf Mitarbeitern insgesamt vom Bund und vom Land Bayern - für einen Zeitraum von drei Monaten. Bisher diente das Geld dazu, betriebliche Ausgaben wie beispielsweise Miete oder Leasingraten bezahlen zu können.

Allerdings haben freischaffende Künstler in der Regel kaum betriebliche Ausgaben.

Als betriebliche Ausgaben konnten Musiker die Miete von Proberäumen geltend machen oder die Wartung des Instruments. Dagegen können Kosten des privaten Lebensunterhalts wie die Miete der Privatwohnung oder Krankenversicherungsbeiträge sowie ausfallender Gewinn nicht durch die Soforthilfe abgedeckt werden.

Die wenigsten Freischaffenden Künstler haben diese Grundsicherung bislang beantragt. Von den vielen, die das betrifft, sind schätzungsweise 70% überhaupt nicht bereit, das zu beantragen. Das hat auch weniger finanzielle Gründe als vielmehr psychologische. Da ist ein Künstler über Jahre, vielleicht Jahrzehnte erfolgreich in seinem Beruf, und jetzt kommt etwas unverschuldet, eine Katastrophe wie Corona. Und nun soll er praktisch ins soziale Abseits gedrängt werden?

Das geht gar nicht.

Das gab auch Markus Söder am Montag bei der Pressekonferenz zu: "Ganz ehrlich: Ich finde, dass es nicht richtig ist, da nur Hartz-IV als Alternative anzubieten."

Aber jetzt mal Butter bei die Fische, Herr Söder, was und wann bietet die bayerische Regierung ihren Künstlern ein Auskommen an für die fehlenden Einkommen?

Bleibt die Kultur in diesem Land wirklich auf der Strecke?

Aktuelle Pressemitteilung des BLVKK – Ungerechte Verteilung von Steuergeldern

Für Solo-Selbstständige dürfte es ein weiterer Schlag ins Gesicht sein: Die Bayerische Staatsregierung möchte ausgerechnet die Branche weiterhin bedingungslos unterstützen, die für einen der größten Betrugsskandale der Nachkriegsjahre steht  .....

Für Einnahmenverluste von Solo-Selbstständigen keine Hilfe

Armes Deutschland sage ich da nur, wo die Kultur so auf der Strecke bleibt.

Noch etwas in eigner Sache

Die Maskenpflicht wird wohl noch einige Zeit andauern.

Schöne Stoffmasken gibt es in meinem Shop bei Kasuwa oder auf Etsy.