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Die Bedeutung der Hypnose liegt nicht in der Anwendung

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Wahrnehmung Hypnose

Die Bedeutung der Hypnose liegt nicht in der Anwendung

Zitat aus dem Buch von Thorwald Dethlefsen

- Schicksal als Chance

"Die Bedeutung der Hypnose liegt nicht in der Anwendung ...

die Hypnose bringt nichts grundsätzlich Neues hervor, sondern überzeichnet lediglich die wirklichen Verhältnisse. Sie liefert uns eine Karikatur der Wirklichkeit.

Karikaturen haben bei aller Überzeichnung den Vorteile, dass man das Wesentliche schneller und bessser erkennen kann.

So zeigt uns die Hypnose die Relativität der sinnlichen Wahrnehmung.

Die Wahrnehmung des Menschen ist nicht so sehr von der Außenwelt abhängig wie vielmehr von seinen eigenen Programmen.

Man kann einem Menschen die posthypnotische Suggestion geben, dass er alle Menschen ohne Haare sieht. Ein solcher Mensch hat im Wachzustand die gleiche Wahrnehmung der Außenwelt wie jeder andere Menschen, aber mit dem Unterschied, dass er alle Menschen kahlköpfig sieht. Diese Wahrnehmung ist für ihn absolut real.

Befindet er sich in Gesellschaft mit zehn anderen Menschen, so wird er mit seiner Meinung über die Kahlköpfigkeit auf die Gegenmeinung der anderen stoßen, die davon überzeugt sind, dass alle Anwesenden Haare auf dem Kopf haben.

In unserem Beispiel sind die zehn Personen in der besseren Situation, da sie in der absoluten Mehrheit sind.

Die Meinung, dass der eine nicht ganz normal ist, liegt für sie nahe.

Nun suggerieren wir dieses Programm zehn Personen und bringen diese mit nur zwei weiteren Menschen zusammen, so sehen nun zehn die Haarlosigkeit der Anwesenden, aber zwei behaupten, auf allen Köpfen Haare sehen zu können.

Wer hat nun recht?

Da wir gewohnt sind, die Meinung der Mehrzahl als Kriterium für die Wirklichkeit zu nehmen, kommen diesmal die beiden "Normalen" in den Verdacht, nicht ganz normal zu sein.

Man lasse dieses Beispiel lange genug durch den Kopf gehen, um zu erkennen, wie vorsichtig man mit Wahrnehmung, Objektivität und Wirklichkeit umgehen muss, und wie wenig die Meinung der Mehrheit eine Aussagekraft über die Wahrheit hat.

So müssen wir als erstes lernen, unserer Wahrnehmung der Welt der Formen keinen zu hohen Wirklichkeitscharakter zuzubilligen."

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